Im Jahre 1935 erwerben die Salettiner von der Gemeinde Balzers - wie es damals im Volksmund hiess – das „Schloss Gutenberg". Das Haus ist dann im Laufe der Jahre einmal Bildungsstätte für Novizen, Beherbergungsort für verfolgte Jesuiten, Institut für höhere Töchter, dann eine Haushaltungsschule und ein Lyzeum, mit der Möglichkeit hier die Matura abzuschliessen.
Nach 1973, der Schliessung des Lyzeums Gutenberg, folgten einige Jahre des Suchens und Planens. Gutenberg sollte eine Stätte der Bildung bleiben, für Jugendliche und Erwachsene. Abendkurse wurden angeboten, Glaubens- und Katechetikkurse, Gesprächsführung, Meditation u.a.m.
Das gute Echo und der Trend der Zeit bewog die Kommunität der Salettiner das Haus Gutenberg umzubauen. 1985 würde das Bildungshaus in bescheidenem Rahmen, mit einem gezielten Angebot, eröffnet.
Im Jahre 2004 ist das Bildungshaus in eine Stiftung übergeführt worden, wirtschaftlich und personell bedingt.
Am 24. September 2010 feierte das Bildungs- und Seminarhaus Gutenberg sein 25-jähriges Bestehen.
Einige Auszüge der Grussworte der Jubiläumsfeier möchte ich hier gerne wieder geben. Regierungsrat Hugo Quaderer: „Schon immer hat die markante Erhebung von Gutenberg magische Anziehungskräfte besessen und ist daher stets ein Ort für Spiritualität gewesen.“ Dieses Besondere, diesen Zauber strahlt der Ort immer noch aus, das war in frühester Zeit und so ist es auch heute noch. Das Programm des Hauses überzeugt mich. Angebote, wie sie hier vermittelt werden, schaffen letztendlich genau das, was uns zum Homo sapiens, zum modernen Menschen macht, der über sich selbst nachdenkt.“
Guido Meier, als Vertreter der Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger, die das Haus Gutenberg massgeblich unterstützt, beantwortete die Frage, nach Sinn und Zweck des Hauses folgendermassen: „Ja warum unterstützen wir das Haus Gutenberg? Ganz einfach – weil wir es brauchen! Im Grunde genommen sehr brauchen, wir hier im Fürstentum Liechtenstein und in der Region. Wir zügeln von der kleinen Wohnung in die grössere, von einem Joboffering zum nächst besseren, vom
iMac zum iPhone, zum iPad innerhalb weniger Jahre. Diese Beschleunigung, über die wir beschleunigt diskutieren, wird nur schwer zu stoppen sein aus freiem Willen. Aber da drängt sich die Frage auf: Wo stehen wir – in der Gefahr innerlich stecken zu bleiben im äusserlichen Rennen? Ausbildung ist entscheidend wichtig für uns, um vorwärts zu kommen, um die Wirtschaft kompetitiv zu halten. Was wir dann aber noch brauchen, ist Bildung, um uns selber zu verstehen, Herzensbildung, Persönlichkeitsbildung, Spiritualität, inne halten, sich Zeit nehmen, Dankbarkeit üben; auch die eigenen Abgründe ab und zu zu spüren wagen – mit hilfreicher Anleitung und Anregung. Dazu, zu diesem an sich elementar Notwendigen aber oft nicht beachteten, verdrängten, dazu brauchen wir das Haus Gutenberg“.
Gabriela Köb