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Kunst und Geld

Um 1800 beginnt das Papiergeld in die Wirtschaft einzugreifen. Ohne Papiergeld gibt es keine Industrialisierung. Man verlässt den Goldstandard, als auch dieser dem Geld zu enge Grenzen setzt. Und heute, wo Geld nur noch elektronischer Impuls ist, lassen sich die Millionen in Sekundenschnelle mit zusätzlichen Nullen versehen. Das ist aber auch das Problem: In dem Masse, in dem sich das Geld vermehrt, nähert es sich dem Nichts. Sind also unsere ganzen Vermögen dem Untergang geweiht? Nein, es gibt einen Retter: die Kunst. Der Kunstmarkt wuchs parallel zum Papiergeld. Die Preise der Kunst verliehen dem Geld eine existentielle Sicherheit. Aber auch umgekehrt: Steigende Marktwerte garantieren, dass Kunst ‚echt was wert’ ist – bis der Kaufpreis zum einzigen Kriterium wurde, nach dem der Wert der Kunst bemessen wird. Die Allianz von Geld und Kunst ist uralt: Beide haben ihren Ursprung im Sakralen, beide fordern Opfer und schenken Leben, beide verbinden Menschenleben. Das erklärt die Funktion, die das Geld der Kunst zugewiesen hat. Viele zerbrechen sich den Kopf über Auswege aus der Finanzkrise. Sollten wir uns nicht darüber Gedanken machen, wie wir die Kunst davor bewahren, Retterin des Geldes zu sein?

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Beginn:
30.03.2017 18:00 Uhr
Ort:
Kunstmuseum Liechtenstein
Referent/-in:
Prof. Dr. Christina von Braun, Professorin für Kulturwissenschaften, Filmemacherin, Kulturtheoretikerin und Schriftstellerin
Kosten:
Eintritt Kunstmuseum
Hinweise:
Keine Anmeldung notwendig.