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«Alle Schulen aber müssen nur allgemeine Menschenbildung bezwecken».

Wilhelm von Humboldt und die Zukunft des Gymnasiums

Aufs Gymnasium wollen alle. Von der Reproduktionsanstalt bildungsbürgerlicher Schichten wurde es zur Normschule. Wer das Gymnasium nicht schafft, hat nicht einen anderen, sondern gar keinen Bildungsweg eingeschlagen und muss in Hinkunft mit dem hässlichen Etikett der Bildungsferne leben.

Das Gymnasium garantiert schon lange keinen gesellschaftlichen Aufstieg mehr, aber es ist dessen unbedingte Voraussetzung. Zunehmend hat das Gymnasium so die Aufgabe, die unterschiedlichen Herkünfte, Milieus, Begabungen und sozialen Schichtungen zu synchronisieren, bei gleichzeitiger innerer Differenzierung und zumindest verbal gestiegener Leistungsanforderung.

Junge Menschen sollen naturwissenschaftlich-technisch versiert sowie medienkritisch und mit sozialen Kompetenzen ausgestattet wettbewerbsfähig die Schule verlassen. Gleichzeitig versteht sich auch das Gymnasium als ein Ort, an dem es weniger um die Vermittlung von tradiertem Wissen und neuen Kenntnissen, sondern um soziale Integration und Inklusion sowie die Herstellung gerechter Verhältnisse gehen soll. All das ist ziemlich viel verlangt. Vielleicht sogar zu viel. Vor allem aber schafft es Unsicherheit gegenüber der Frage, was das Gymnasium in Zukunft noch sein und welche Funktionen und Aufgaben es noch übernehmen kann oder soll.


250 Jahre nach Wilhelm von Humboldt lohnt es sich, diesen grossen Bildungsdenker und Schulreformer noch einmal diesbezüglich zu befragen. Was können wir heute von Humboldt noch lernen, lässt sich eine moderne Schule in seinem Geist überhaupt denken, welche Inhalte und Methoden würden solch eine höhere Schule auszeichnen? Lässt sich für die digitale Gesellschaft überhaupt noch ein humanistisches Bildungsideal formulieren?

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Beginn:
02.10.2017 18:30 Uhr
Ort:
Aula des Liechtensteinischen Gymnasiums
Referent/-in:
Univ. Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Universität Wien
Kosten:
Eintritt frei
Hinweise:
Keine Anmeldung notwendig.